
Alles da – Ich muss nicht weiter suchen
Alles da – Ich darf endlich aufhören, zu suchen.
Wenn ich weiß, dass alles, was ich für meine Entwicklung brauche, in mir selbst längst vorhanden ist, muss ich nicht länger im Außen suchen. Meine gesamte Vollkommenheit steckt bereits in mir.
Ist das wirklich so? Und wenn das so ist, warum erkenne ich es dann nicht?
Schau dir den Baum auf dem Foto an. Sieht nach einem Ahorn aus. Kennst du die Propellersamen des Ahornbaums? Wie Hubschrauber fliegen sie durch die Luft. Fällt eine solcher Same an die richtige Stelle, so wird er keimen. Was braucht er sonst noch zum gedeihen? Wasser. Genau wie wir. Licht. Genau wie wir. Nahrung. Genau wie wir. Noch etwas CO2 zum Atmen. Wir brauchen den Sauerstorff, den der Baum ausatmet. Ansonsten nutzt der Baum seinen Standort und alles, was ihm mitgegeben ist: Kräftige Wurzeln, eine markante Rinde, üppiges Blattwerk, welches er im Winter abwirft. Es ist alles da. Menschlichen Support, um in seine volle Kraft und Größe zu kommen, braucht er nicht!
Und was ist mit uns?
Warum denken wir, dass wir immer noch irgendwas anderes brauchen, um innerlich friedlich zu werden? Ich nehme an, dass es vor allem daran liegt, dass unsere Selbstverbindung sehr am seidenen Faden hängt. Der Kontakt zum eigenen Körper ist – gerade bei Frauen – immer noch extrem störanfällig. Wir betrachten uns prüfend im Spiegel und bewerten das, was wir dort sehen, meist sehr streng. Das gilt umso mehr, je älter wir werden.
Während der Baum auf die eigenen Kräfte und Ressourcen, sowie auf die Umgebungsbedingungen vertraut, misstrauen wir allem, was wir nicht unter Kontrolle haben.
Die Wachstumsmöglichkeiten des Alters
Um die enormen Wachstumsmöglichkeiten, die im fortschreitenden Alter und im Besonderen in den Wechseljahren liegen, ausschöpfen zu können, brauchen wir ein neues Verständnis für das, worum es im Leben eigentlich geht. Und das ist wesentlich unkomplizierter als wir denken. Wir verkomplizieren das Leben, wo immer es geht.
- Wir schaffen ohne Ende Dinge an, um die wir uns dann entsprechend kümmern müssen.
- Wir streben nach Jugendlichkeit, aus Angst, davor, alt auszusehen oder irgendwie „abserviert“ zu werden. Von wem eigentlich? Und von was?
- Wir verlieren uns in einem Meer von religiösen oder spirituellen Praktiken und rauschen mit Höchstgeschwindigkeit am Einfachen vorbei.
- Wir wollen! wollen! wollen! Viel Geld verdienen, berühmt sein, es alleine schaffen, zum Mars fliegen und vieles mehr.
- Wir machen! machen! machen! Ohne Pausen. Sind permanent beschäftigt und sollte einmal ein kleiner Versatz in der Timeline entstehen, kann man ja immer nochmal ins Handy schauen. Bloß keine Langeweile. Ich könnte ja irgendwas Unangenehmes in mir fühlen.
Wie sollen wir unter diesen Umständen zu uns kommen? Wie sollen wir unsere bereits vorhandene Vollkommenheit auch nur ansatzweise erkennen, wenn wir erbarmungslos unseren Terminkalender vollstopfen und den tausendfachen Ablenkungen von außen nicht widerstehen können oder wollen?
Es ist alles da – Wir entwickeln uns in uns hinein
Die Entwicklung, gerade in den späten Jahren, geht vor allem nach innen. Sie macht sich weder an Falten um die Augen noch an der Haarfarbe fest. Wir entwickeln uns tiefer in uns hinein. Spätestens wenn die Gesundheit anfällig wird und der Körper nicht mehr reibungslos funktioniert, werden wir gnadenlos mit uns selbst konfrontiert. Meist halten wir erst dann inne, wenn der Körper die Bremse zieht.
Um zum inneren, heilen Kern, zu unserer vollkommenen Ganzheit zu finden, müssen wir nicht noch mehr tun. Wir müssen auch nirgendwo anders hin. Der Ahornsamen trägt den gesamten Baum in sich! Wir dürfen getrost den Gedanken fallenlassen, dass unser Konto nur noch ein bisschen praller oder die Figur ein bisschen weniger prall werden muss, damit wir uns endlich zurücklehnen und entspannen können. Das alles ist es nicht! Im Grunde geht es einzig und allein darum, alles abzuwerfen, bzw. loszulassen, was uns den Weg zu uns selbst versperrt.
Wir brauchen Reinigung
Wie ein verstopfter Abfluss nicht frei werden kann, wenn wir immer noch mehr Zeugs hineingeben, erleben wir immer weniger Klarheit, je mehr Ballast wir konsumieren und anhäufen. Innerlich und Äußerlich.
Anstatt weiter zu konsumieren brauchen wir Befreiung von alldem. Reinigung. Und diese Reinigung erleben wir sukzessive, wenn wir die größeren und kleineren Stürme, die üblicherweise vor Phasen von Ruhe und Klärung kommen, auch einmal aushalten. Sie spülen uns mal richtig den Sand aus dem Getriebe. Wir stehen uns selbst im Weg, weil wir die mit Klärung verbundenen Unpässlichkeiten immer nur „weghaben“ wollen. Ich gebe zu, dass die besagten Stürme uns auch ängstigen können. Dauerhaft können wir ihnen jedoch nicht ausweichen.
Es macht Sinn, dem Leben zu erlauben, uns „läutern zu lassen“. Und genau das geschieht, wenn wir genügend Stillezeiten in unseren Alltag einbauen. Stillezeiten, die wir nicht mit irgendwas füllen. Wir brauchen Momente, in denen wir uns selbst spüren. Immer wieder! Mit allem Dreck, der aus den zerfallenden Mauerritzen unserer selbstgebauten Festungen bröselt. Das kann wehtun. Aber es ist der Weg. Alles, was wir lernen müssen, ist, uns selbst auszuhalten. Wer das schafft, hält auch alles andere aus.
Die gute Nachricht
Die gute Nachricht ist: Der Körper hat enorme Selbstheilungs- und Selbsterhaltungskräfte. Er will leben und heil werden. Wir müssen ihn nur lassen. Und: Ich weiß, dass ich mich wiederhole: Dafür brauchen wir genügend Ruhe. Stille. Dafür brauchen wir Langsamkeit. Wir dürfen uns selbst liebevoll durch die Stürme begleiten. Dürfen uns liebevoll zugewandt sein. Wir brauchen keine rigorose Bewertungspolizei. Und nicht immer noch mehr Selbstoptimierung.
Natürlich gibt es einiges, womit wir unsere Heilungsprozesse unterstützen können. Alles hilft, was die Selbstverbindung, die innere Verbindung zum eigenen Körper unterstützt. Selbstmitgefühl hilft. Wenn die Verzweiflung des inneren Kindes dir die Nerven blank legt, dann versuche, ihm (und damit dir selbst) mit Mitgefühl, Wohlwollen und Geduld zu begegnen. Mitgefühl, Wohlwollen und Geduld sind die Dinge, die du gebraucht hättest, als es dir damals schlecht ging. Als alles passierte, was jetzt an die Oberfläche drängt. Damals lag die Verantwortung nicht bei dir, heute hast du es in der Hand.
Schau, dass du dich immer wieder gut erdest. Im Artikel „Gute Erdung“ findest du viele hilfreiche Tipps, die ein erdendes Gefühl unterstützen.
Alles da – Heilungswege
Ein Heilungsweg ist kein Spaziergang. Und doch sind Heilungswege weit weniger verheddert und kompliziert als es den Anschein hat. Im Grunde ist es sogar einfach. Heilung geschieht. Auch gerne im Alltag. Wir müssen sie nicht machen. Unser Denken und die Filter unserer Konditionierungen lassen den Blick auf Einfachheit und Vollkommenheit allerdings so lange nicht zu, wie wir noch unseren ganzen Ballast mit uns herumschleppen.
Loslassen und Zulassen sind die Mittel der Wahl. Loslassen der einengenden Muster, der alten Sichtweisen oder der krankmachenden Gewohnheiten. Zulassen der Heilungsprozesse, der leisen Töne und manchmal sogar der Störfaktoren im reibungslosen Ablauf. Diese Störfaktoren bewirken ein Innehalten mitten im Trott der Gewohnheit. Damit werden sie zu einer Chance für Wachstum. Wenn du einmal in den Prozess des Erkennens deiner eigenen Ganzheit gelangst, wird alles andere im Leben zur Nebensache. Dann ist die Richtung geklärt.
So lange ich mir meiner Ganzheit nicht bewusst bin, ist es leicht für andere, mich immer wieder neu zu verunsichern, mich zu manipulieren und an meiner Unsicherheit viel Geld zu verdienen. Dankbarkeit, Stille und tiefe Glückseligkeit kosten kein Geld. Das Gefühl des absoluten „Einsseins“ auch nicht. Also sei vorsichtig bei völlig überteuerten Angeboten.
Wir dürfen allmählich lernen, unserer Intuition wieder zu trauen. Wir dürfen unsere Sehnsucht wieder ernst nehmen. Ihr folgen. Sie kommt von innen. Legen wir sie frei, so kann sie uns wegweisend sein.
In diesem Sinne
Alles Liebe …
Deine Daniela
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